Marian, der kleine Engel (Kapitel 6)

  • Posted on Oktober 5, 2014 at 1:36

Fortsetzung von Marian dem kleinen Engel

Kapitel 6

 

Nach dem Mittagessen halfen Katharina und Marian der Mutter noch schnell beim Küchendienst. Katharinas Mutter, die ja nichts von Marian ahnte und so auch nicht wissen konnte, dass er mithalf, wunderte sich nur darüber, wie schnell Katharina ihre Arbeit jetzt immer erledigte.

Als sie fertig waren, erklärte Katharina ihrer Mutter, dass sie nun in ihr Zimmer gehen würde um Hausaufgaben zu machen. Endlich waren Katharina und Marian allein.

„Marian, du hast doch gehört, was Sandra erzählt hat. Kannst du mir nicht sagen, was ich tun kann, um ihr zu helfen? Oder noch besser, kannst du ihr nicht helfen?“

Nachdenklich schaut Marian in die Luft. Er kräuselte die Nase und runzelte die Augenbrauen. Nach längerer Zeit sagte er schließlich: „Du hast mir gesagt, als ich dich vor ein paar Tagen fragte, dass dein sehnlichster Wunsch zu Weihnachten eine beste Freundin wäre. Stimmt das noch?“

„Ja, aber was hat…“, fragte Katharina erstaunt.

„Was das mit Sandras Problemen zu tun hat, willst du wissen? Ganz einfach, du wirst ihr helfen und ich bin mir ganz sicher, dass du danach eine wirklich beste Freundin hast. Da verwette ich sogar meine angestauchten Flügel.“

Katharina musste lachen. „Besser nicht, denn wenn du die Wette verlierst, dann musst du für immer bei mir bleiben. Obwohl“, fügte sie hinzu, „mir wäre es ja recht.“

„Das könnte dir so passen“, grinste Marian, „es ist ja ganz schön auf der Erde, aber eigentlich freue ich mich schon auf meine Kameraden und meine weichen Wolken. Und für dich ist es auch besser, wenn du eine irdische Freundin hast.“

Zur Übung machte er gleich ein paar leichte Flugübungen und stellte zufrieden fest, dass seine Flügel fast gar nicht mehr schmerzten. „Noch kurze Zeit und ich kann wieder fliegen“, sage er froh.

Katharina schaute ihn traurig an. „Bleibst du denn wenigstens noch bis zum Heiligen Abend?“

„Ich verspreche es bei allem was mir heilig ist“, sagte Marian feierlich.

Unsicher fragte Katharina: „War das jetzt ein Witz oder war das ernst gemeint?“

„Ernst gemeint natürlich, du Dummerchen“, lachte Marian. „Aber jetzt zurück zu Sandra“, fuhr er dann ernst fort. „Also, wie gesagt, du wirst ihr helfen und dafür eine Freundin gewinnen. Freunde bekommt man nicht einfach geschenkt, man muss auch etwas dafür tun.“

„Ich würde ihr ja so gerne helfen, aber ich kann doch nicht machen, dass ihre Mutter gesund wird oder dass ihr Vater zu Hause bleibt“, sagte Katharina traurig.

„Nein, natürlich kannst du das nicht. Da muss oder kann sich vielleicht eine höhere Stelle einschalten. Aber du könntest sie zum Beispiel  einladen bei dir zu wohnen. Und zwar solange bis ihre Mutter wieder gesund ist und das Problem mit ihren Eltern geklärt ist.“

Katharina sprang auf und hüpfte vor Begeisterung wie ein Gummiball auf und ab. „Das ist eine megatolle Idee. Sie könnte mit mir in meinem Zimmer schlafen und abends könnten wir stundenlang reden, spielen oder Witze machen. Oder eine Pyjamaparty, oder eine Kissenschlacht oder….

Plötzlich fuhr ein Schatten über ihr Gesicht und sie setzte sich neben Marian auf ihr Bett.

„Was ist los“, fragte Marian, „gefällt dir mein Vorschlag doch nicht?“

„Schon“, sagte Katharina, aber…., ich weiß nicht, ob meine Eltern damit einverstanden sind.“

„Wie wär`s, wenn du sie einfach mal fragen würdest?“, meinte Marian und grinste verschmitzt.“Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie es erlauben werden.“ Sein Grinsen wurde noch eine Spur breiter.

„Gute Idee“, sagte Katharina, „warte hier, ich werde gleich mal Mama fragen.“

Zehn Minuten später war sie zurück und strahlte über das ganze Gesicht.

„Ich brauch wohl nicht zu fragen, wie es gelaufen ist?“, sagte Marian und lächelte.

„Mama hat es erlaubt“, sprudelte Katharina hervor, „ich freu mich  so sehr.“  Plötzlich verfinsterte sich ihr Gesicht. „Was ist, wenn Sandras Mutter es nicht erlaubt?“

„Naja, wenn sie es nicht erlaubt, dann können wir nichts machen. Aber ich bin mir sicher, dass auch sie einverstanden sein wird“, sagte Marian und lächelte geheimnisvoll. „Manchmal können Engel Dingen schon etwas nachhelfen. Schließlich haben wir ja Kontakt zur allerhöchsten Stelle.

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